Eine Kooperation der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, des Instituts für soziale Innovationen e.V. und des Pädagogischen Instituts Berlin

 

„Udo Baer (PIB) und die Teams der Zukunftswerkstatt therapie kreativ und des Instituts für soziale Innovationen“

 

Methoden der Leibtherapie zum Umgang mit der Angst

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, auf mögliche Ängste - die eigenen, aber auch jene in der Familie und von Mitmenschen - einzugehen. Wir haben deshalb einige Methoden zusammengestellt, die dabei helfen können, die aktuelle Situation zu bewältigen.

 


Für Kinder:

Trost- und Wunschsteine

Suche dir ein paar handgroße Steine. Du kannst darauf Bilder malen oder etwas schreiben, was du dir wünschst oder was du anderen Menschen wünschst. Du kannst auch das malen, was dich tröstet und was auch andere Menschen trösten könnte. Bei deinem nächsten Spaziergang kannst du die Wunsch und Troststeine irgendwo hinlegen, wo sie gesehen und gefunden werden.

Es sind Kontaktgrüße ohne Kontakt


Fensterbilder und Botschaften

Das Fenster ist jetzt die Schnittstelle zur Außenwelt, an der etwas stattfinden kann. Beispielsweise wird geklatscht und applaudiert für die Arbeit der Pflegekräfte in Krankenhäusern. Viele Menschen verabreden sich auch, um an geöffneten Fenstern Musik zu machen. Der Dalai Lama hat ein Mantra als Schutz für alle Menschen aufgeschrieben und viele Leute hängen es in ihre Fenster. Selbstgemalte und geschriebene Botschaften, die ins Fenster gehängt und geklebt werden, können ganz persönliche Grußbotschaften in die Welt hinaus senden.


Wunschpflanzen

Schreibe einen Wunsch auf einen Zettel, lege ein paar Blumensamen darauf und falte den Wunschzettel zusammen. Fülle einen Blumentopf mit Erde und lege den gefalteten Zettel auf die Erde, darüber kommt noch eine kleine Schicht Erde. Dann musst du jeden Tag gießen und nach einiger Zeit kannst du die Pflanzen wachsen sehen. Mit ihnen kommt auch dein Wunsch unsichtbar wieder heraus. Besonders schnell wachsen Kresse, Duftwicken und Klee!


Krafttier für die Hosentasche

Wenn du ein besonders starkes Tier wärst, welches wärst du? Ein Tiger, ein Elefant, ein Zauberdrache? Was kann dieses Tier besonders gut? Was mag es und wovon träumt es? Male genau dieses Tier in der Größe einer Streichholzschachtel, schneide es aus und klebe es in die Schachtel. Du kannst auch die Schachtel bemalen und verzieren wie eine Schatzkiste. In der Hosentasche kannst du das Krafttier in der Schatzkiste immer bei dir tragen.


Monstermobile

Früher glaubte man fest daran, dass Skulpturen von gefährlichen Tieren und Monstern, die an den Häuserfassaden befestigt wurden, das Haus vor bösen Geistern und Unheil schützen kann. Male ein paar wirklich gruselige Monster, schneide sie aus und hänge sie zusammen mit Muscheln, Zapfen oder anderen Sachen mit einem Faden an einen Ast. Den Ast kannst du außen am Fenster, dem Balkon oder dem Haus aufhängen. Im Wind macht das Mobile Geräusche und die Monster können dich beschützen.


Mutstempel

Was macht dir Mut? Gibt es dafür ein Symbol, fällt dir ein Wort dazu ein? Aus Flaschenkorken, Holzklötzchen und Moosgummi kannst du dir einen Mutstempel basteln. Male das Symbol oder das Wort auf das Moosgummi und schneide es aus. Achtung: Du musst das Wort in Spiegelschrift schreiben! Klebe es auf einen Korken oder ein Stück Holz. Mit einem Stempelkissen oder auch Wasserfarbe kannst du losstempeln und damit ein bisschen Mut verbreiten.


Abreißbotschaften

Nimm ein DIN A4 Papier und schneide es auf einer Seite im Abstand von einigen Zentimetern so ein, dass du viele Streifen hast. Schreibe auf jeden Streifen Botschaften oder Worte, die dir gefallen und mit denen du etwas Positives ausdrückst. Zum Beispiel Glück, Sonne, Zuversicht, Mut, Freude oder Hoffnung. Hänge das Papier an Straßenlaternen oder in euren Hausflur, damit sich andere Menschen davon etwas abreißen und es mitnehmen können.


Wundertüte to go

Aus Butterbrottüten kannst du eine Wundertüte machen. Fülle sie mit kleinen Bildern, Botschaften, vielleicht auch mit kleinen Steinen oder anderen Dingen aus der Natur. Du kannst mehrere solcher Tüten herstellen und sie mit Wäscheklammern und einem Band draußen vor dem Haus aufhängen. Wer vorbei geht, darf sich eine Wundertüte mitnehmen.


Trost

Was hilft dir, wenn du traurig bist? Was tröstet dich? Welche Worte hörst du dann gerne, welche helfen dir? Welche trösten dich? Male all das auf eine weiße Postkarte und schreibe die Worte dazu, die dich schon mal getröstet haben. Die Postkarten kannst du mit der Post verschicken oder für dich selbst an einen besonderen Platz stellen.


Schmetterling

Schmetterlinge sind bunt und schön, sie flattern frei durch die Gärten und die Natur. Sie können gute Laune machen. Male dir ein paar eigene Fantasie-Schmetterlinge und schneide sie aus. Wenn du sie an einen dünnen Faden klebst, kannst du dir eine Schmetterlingsgirlande basteln und sie aus dem Fenster hinaushängen. Vielleicht bringt der Wind sie zum Fliegen.


Wunschblumen

Aus Butterbrottüten kannst du Wunschblumen machen. Bemale eine Butterbrottüte von allen Seiten in deinen Lieblingsfarben. Dann kannst du die Tüte so knittern und drehen, dass daraus eine Blüte wird, als Stengel kannst du einen dünnen Ast nehmen, den du grün anmalst. Beim Malen kannst du an das denken, was du dir wünschst. Wenn du mehrere Blumen machst, kannst du sie als Wunschblumenstrauß in eine Vase stellen.


Regenbogen der Wünsche

Der Regenbogen ist ein Symbol für Wünsche und Hoffnungen. In ihm sind alle Farben vorhanden. Male einen großen Regenbogen und schreibe in jeden Farbbogen, was du dir wünschst oder erhoffst. Klebe ihn in dein Fenster, dann können ihn auch andere Menschen sehen und sich an den Farben erfreuen.


Blick in die Zukunft

Was möchtest du machen, wenn du deine Freunde wieder treffen kannst, wenn du wieder Schule hast, wenn die Corona-Zeit vorbei ist? Male ein Bild mit allem, worauf du dich freust, was du dann machen und genießen willst. Mache ein Foto von dem Bild und schicke es an deine Freunde.


Zauberstab

Wenn du zaubern könntest, was würdest du zaubern? Vielleicht brauchst du dafür als erstes einen Zauberstab. Wie würde der aussehen? Groß, klein, bunt, glitzernd? Suche dir einen Ast, der dir gefällt. Du kannst ihn bemalen und bekleben, du kannst Stoffreste und Bänder daran binden oder geheime Zeichen darauf schreiben. Nicht jeder Zauber geht sofort in Erfüllung, aber du solltest es versuchen.


Von Herzen...

Herzensgrüße sind immer schön, jetzt ganz besonders! Wem könntest du ein selbstgemaltes oder gebasteltes Herz schenken? Male und gestalte ganz unterschiedliche Herzen mit verschiedenen Materialien. Du kannst sie verschenken, in den Briefkästen deines Hauses verteilen oder auch an Alten- und Pflegeheime schicken. Es ist ein tröstlicher Gedanke, wenn viele verschiedene Herzgrüße auf die Reise gehen.


Dein eigenes Gedicht

Nimm ein altes Buch, das niemand mehr liest, und reiße eine beliebige Seite heraus. Ein Zeitungsartikel oder ein Text aus einer Zeitschrift geht auch. Kreise die Wörter ein, die Dich ansprechen und die dir gefallen. Oder finde versteckte Verse für Dich. Schwärze die überflüssigen Wörter oder übermale sie bunt. Lass so Dein Gedicht entstehen.


Baumsterne

Male bunte Sterne und schreibe in jede Zacke einen Wunsch. Mache ein kleines Loch in den Stern und ziehe einen Wollfaden durch. Hänge die Sterne in Büsche und Bäume.


Vergrab deine Sorgen

Schreibe auf kleine Zettel, wovor du Angst hast. Lege sie in eine Streichholzschachtel und bei deinem nächsten Spaziergang kannst du die Schachtel im Wald oder Park vergraben


Freundeskette

Male alle deine Freunde und schneide die Figuren aus, Klebe sie wie eine Kette zusammen, vielleicht Hand an Hand oder übereinander, einer steht auf dem Kopf des anderen.


Wunschstöcke

Sammel dir ein paar Stöcke und male sie bunt an. Schreibe auf kleine Zettel gute Wünsche und binde sie mit bunten Wollfäden an die Stöcke, du kannst sie in die Erde stecken oder an Bäume hängen.


Wunschschiffchen

Bastle bunte Schiffchen aus Papier, bemale sie oder schreib ein paar gute Wünsche drauf. Vielleicht gibt es in deiner Nähe einen See oder einen Bach, auf dem du sie schwimmen lassen kannst.


Muttiere

Welche mutigen Tiere kennst du? Vielleicht ein Löwe oder Tiger. Kannst du laufen, wie ein Tiger? Oder brüllen wie ein Löwe? Oder fauchen und dich räkeln wie eine Mutkatze? Flattern wie ein Schmetterling? Versuch doch mal, dich in ein Tier zu verwandeln und dich so zu fühlen, wie dein mutiges Tier.


Pfeifenreiniger-Figuren

Aus bunten Pfeifenreinigern kannst du ganz persönliche Glücksbringer basteln: Biege sie so, dass kleine Tiere, Figuren oder Symbole entstehen und verteile sie an die Menschen, denen du Glück wünschst.


Glückskleckse

Mache mit Wasserfarben bunte Kleckse auf ein Blatt Papier und lege ein anderes Blatt darauf. Schaue dir die Kleckse an und male sie weiter, vielleicht entstehen so viele kleine Glückswesen.


Glücksketten aus Stoff

Reiße Streifen aus verschiedenen Stoffen und flechte sie zu einer Kette. Du kannst auch kleine Dinge, die für dich Glück bringen, hinein flechten oder kleben - Blätter, kleine Steine oder auch kleine Spielzeuge. Die Ketten kannst du ins Fenster hängen oder auf den Balkon oder in den Garten.


Steine to go

Bemale viele Steine oder schreibe Botschaften darauf. Lege sie in eine Schale und stelle sie vor deine Tür. Schreibe ein Schild dazu: Glückssteine to go. Jeder, der vorbeikommt, kann sich einen Glücksstein mitnehmen.


Maibäume

Aus etwas größeren Stöcken oder Dachlatten und vielen bunten Bändern und Papierblumen kannst du einen Maibaum gestalten. Du kannst ihn anmalen und bunte Dinge hineinhängen. Man sagt ja „alles neu macht der Mai". Schreibe auf, was dieser Mai für dich neu machen soll und hänge diese Wunschzettel auch in deinen Maibaum. Du kannst ihn einer Freundin oder einem Freund vor die Tür stellen oder auch für dich selbst vor deine eigene Tür.


Gib dem Unbekannten ein Gesicht

Wenn das Coronavirus ein Wesen wäre, wie würde es aussehen? Wie sieht ein Virus überhaupt aus? Hat es Augen, eine Nase oder Hände? Und in deiner Fantasie? Gib dem Virus ein Gesicht - und du wirst merken, dass es dir dann viel weniger Angst macht, weil es nicht mehr etwas Unbekanntes und Fremdes ist.


Hosentaschenmutmacher

Finde einen kleinen Gegenstand, der dir besonders gut gefällt und in deine Hosentasche passt. Vielleicht, eine Bohne, einen Stein oder etwas anderes. Wichtig ist, dass du ihn bemalst, verzierst und genau weißt, was Dir an ihm so gut gefällt. Trage ihn in der Hosentasche. Jedesmal, wenn du Angst bekommst, hole ihn heraus und betrachte ihn, erinnere dich, was er für dich bedeutet, und stecke ihn dann in deine andere Hosentasche.


Kraftbäume

Bäume sind ziemlich stark. Hast du einen Baum in deiner Nähe, wie sieht er aus? Such dir einen Baum, der dir gut gefällt. Lehne dich mal an seinen Stamm und lass ihn dich halten. Was macht ihn schön für dich? Male eine Bild von diesem Baum und besuche ihn, wie einen Freund.


Kleine Helden

Kinder sind gerade Helden: Sie können keine Freunde treffen, nicht auf Spielplätze gehen, sie müssen ihre Hausaufgaben allein machen. Dass sie das durchhalten, ist auch heldenhaft! Wie siehst du als Held oder Heldin aus? Welche Superkraft hast du? Male dich als Held oder Heldin! Danke, dass ihr das alle durchhaltet!


Schutzgeist

Was könntest du für einen Schutzgeist gebrauchen? Was soll er schützen? Male oder bastel dir einen guten Geist, der dich beschützt. Wie ist sein Name und worin ist er besonders gut?


Trostpflasterherz

In Zeiten von Angst und Unsicherheit, die alte Menschen nicht erst seit der „Corona-Situation“ kennen, können tröstende Begegnungen, Gesten oder Symbole helfen. Als Symbol des Trostes oder als Erinnerung an eine tröstende Begegnung basteln wir ein „Trostpflasterherz“. Aus dickerem, roten Papier wird ein Herz ausgeschnitten und ein Pflaster darauf geklebt. Dann kann jeder/jede das Herz so weiter ausgestalten wie er oder sie möchte.